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Dokumentation über den Wandel eines Gedenkorts auf dem Gelände des ehemaligen Jugendkonzentrationslagers für Mädchen und junge Frauen und späteren Vernichtungslagers Uckermark (deutsch mit englischen UT), mit dem Filmemacher James Rosalind
Die Initiative für einen Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark freut sich sehr, dass die Konversionsarbeiten auf dem Gelände stattgefunden haben. Wir möchten alle einladen, am 21. April 2013 um 15.00 Uhr zum 68. Jahrestag der Befreiung auf das Gelände des ehemaligen Jugendkonzentrationslagers für Mädchen und junge Frauen und späteren Vernichtungslagers Uckermark zu kommen und den unverbauten Ort kennenzulernen. Wir bereiten eine Gedenkminute und Blumen vor, weitere andere Gedenkformen sind herzlich willkommen.
Von 14.30 bis 17.00 Uhr gibt es einen Busshuttle zwischen der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
(Abfahrt vor dem Besuchsinformationszentrum BIZ) und dem Uckermarkgelände.
Einladung als Postkarte (PDF zum Herunterladen)
Kollektive Identitäten entstehen durch Abgrenzung – das "Eigene" wird über das "Fremde" hergestellt. Der nationalsozialistische deutsche Staat hat diese Logik durch sein rassistisches Konzept der "reinen Volksgemeinschaft" zu einer menschenverachtenden Verfolgungs- und Vernichtungspraxis gesteigert. So traf die Ausgrenzung als "Asoziale" viele Frauen, denen Verstöße gegen traditionelle Vorstellungen von Weiblichkeit und das propagierte Bild der "Volksgenossin" vorgeworfen wurden. An welchen gesellschaftlichen Normen orientierten sich die Vorwürfe, die im Regelfall mit einer Inhaftierung der Betroffenen endeten? Welche Rolle spielte die sexuelle Konnotation des Stigmas der "Asozialität" bei der Verfolgung von Frauen und auf welche Weise gründete sie auf traditionellen Vorurteils- und Ausschlussmechanismen?
Anhand der Geschichte des Jugendkonzentrationslagers Uckermark für Mädchen und junge Frauen sollen die Praktiken sozialen Ausschlusses gegenüber "unangepassten" Frauen während des Nationalsozialismus aufgezeigt und deren gesellschaftlichen Hintergründe beleuchtet werden. Außerdem wird der Zusammenhang zwischen der Kontinuität der Stigmatisierung "asozialer" Frauen und des geringen Stellenwerts geschlechtlich-konnotierten Erinnerns in der Nachkriegsgesellschaft betrachtet, der bis heute konkrete Auswirkungen auf die Erinnerungskultur hat und Ausdruck gesellschaftlicher Ein- und Ausschlussmechanismen ist.
Davor und danach servieren wir euch wieder vegane Köstlichkeiten gegen Spende!
"Minderwertig","Unnütz", "Unangepasst", "Unwert", "Abweichend", "Asozial" waren nur einige der stigmatisierenden und kriminalisierenden Zuschreibungen zur Ausgrenzung von Menschen bzw. ganzen Personengruppen, die in der Zeit des Naziregimes Verfolgung, Deportation, Zwangssterilisation, Zwangsarbeit und nicht selten auch das Todesurteil bedeuten konnten. Mehr als 10.000 Menschen, darunter Wohnungslose, Bettler_innen, Empfänger_innen von Sozialleistungen, Sinti und Roma, Jüdinnen und Juden, politisch Verfolgte, Schwule und Lesben, Prostituierte, Menschen mit vermeintlichen "Behinderungen", Suchtkranke sowie z.T. ihre Familienangehörigen etc. waren davon betroffen.
Nur wenige wurden nach 1945 rehabilitiert, entschädigt und als Opfer der Nazis anerkannt sowie eine Aufarbeitung als so genanntes "NS-spezifisches" Unrecht verweigert. Doch wird Unrecht zu Recht, nur weil Menschen wegen rassistischer und sozial ausgrenzender Denk- und Argumentationsmuster sowie Gesetze bzw. Gesetzesvorhaben schon vor der Vernichtungsabsicht durch die Nazis oder danach weiter diskriminiert, kriminalisiert und verfolgt wurden? Welche Einstellungs- und Denkmuster führten zu Naziverbrechen? Welche Kontinuitäten und Brüche sowie Folgen für die Betroffenen gab und gibt es von 1945 bis heute?
…...
Das politische Handeln ist lange an Entschädigungs-, Erinnerungs- und Gedenkabwehr ausgerichtet und bewusst u.a. über Finanzierungsvorbehalte sowie so genannte "Sachzwänge" verhindert bzw. behindert worden.
Veranstaltung am:
So. 27. Januar 2013 um 11 Uhr im Haus der Demokratie
Robert-Havemann Saal, Greifswalder Str. 4 in 10405 Berlin-Prenzlauer Berg
(ÖPNV: Bus 200, Tram M4 Am, Friedrichshain, S-Bahn Alexander Platz)
mit
Unsere Initiative war 2012 mit einem Infostand und einer Ausstellung
beim "22. Tag der Erinnerung und Mahnung - Rassismus beim Namen nennen" in
Berlin vertreten. Wir freuten uns sehr über die vielen Interessierten, die
bei strahlendem Sonnenschein vorbeikamen!
Weitere Infos: http://www.tag-der-mahnung.de
Die freie Journalistin Monika Mengel ist für ihren Radiobeitrag über das KZ Uckermark, der im Februar 2012 auf WDR 5 lief, für den feministischen Juliane Bartel Preis nominiert worden.
Der Preis wird am 18. Oktober 2012 verliehen. Wir drücken Monika Mengel die Daumen und gratulieren herzlich zur Nominierung!
Am 16. September 2012 lief auf WDR 5 eine Sendung mit Maria Portzeba, Überlebende des ehemaligen Jugend-KZ-Uckermark. Auch diese Sendung wurde von Monika Mengel gemacht.
Dieser Beitrag ist im Internet nachzuhören unter: www.wdr5.de/nachhoeren/erlebte-geschichten.html
Am 6. August 2012 wurde auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Uckermark mit dem Abriss der Überbauungen der sowjetischen Armee begonnen. Der Spatenstich wurde medial dokumentiert, z.B. life vom rbb in der Nachrichtensendung vom 6. August, und in diversen Artikeln z.B. von dem Nordkurier , dem Evangelischen Pressedienst und der Märkischen Allgemeinen (dies ist lediglich eine Auswahl vom 07.08.2012).
Die Initiative für einen Gedenkort war natürlich auch dabei und hat einige Fotos von diesem Meilenstein für einen Gedenkort Uckermark gemacht (als PDF-Datei erhältlich) und nachfolgende Rede gehalten:
"Wer hätte das gedacht?! Es ist noch garnicht lange her, da waren die Lagergemeinschaft Ravensbrück/Freundeskreis und wir als Initiative für einen Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark praktisch die Einzigen, die hier intensiv an und zu diesem Ort gearbeitet haben. Immer mit dem Ziel, hier einen würdigen Gedenkort zu schaffen. Vor einigen Jahren haben wir dann eine Kampagne für den Rückbau der Überbauungen aus der Zeit nach 1945 gestartet – und heute stehen wir hier und es geht tatsächlich los!
Darüber freuen wir uns sehr!
Getrübt wird diese Freude allerdings dadurch, dass wir sie nur noch mit wenigen Überlebenden teilen können: Fast 70 Jahre liegen zwischen diesem wichtigen Schritt hin zu einem würdigen Gedenkort und der Befreiung der ehemaligen Häftlinge des Konzentrationslagers und späteren Vernichtungslagers durch die Rote Armee.
So wie viele Überlebenden nie sogenannte "Entschädigungszahlungen" erhalten haben, können auch viele nicht mehr an unserer heutigen Feier teilnehmen. Wir sind spät dran!
Bedanken möchten wir uns noch bei allen, die dazu beigetragen haben, dass die Konversion stattfindet! Ich weiß noch gut, wie 2009/2010 die Briefe kamen, in denen der Rückbau der militärischen Hinterlassenschaften gefordert wurde: sie kamen aus dem Nachbarort Himmelpfort, aber auch aus Frankreich oder der Ukraine. Ohne Ihre und eure Unterstützung würden wir heute wahrscheinlich nicht hier stehen. Vielen Dank!"
April 2012. Die Initiative für einen Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark lädt ein zur Gedenkfeier zum 67. Jahrestag der Befreiung des ehemaligen Jugendkonzentrationslagers und späterem Vernichtungslagers Uckermark (zum Herunterladen als PDF)
Januar 2012. Initiative für einen Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark begrüßt die Unterzeichnung als ersten Schritt auf dem Weg zu einem "Gedenkort Uckermark" (zum Herunterladen als PDF)
Am 10. Januar 2012 erreichte uns die freudige Nachricht, dass der Städtebauliche Vertrag von allen beteiligten Parteien unterschrieben wurde. Diese Vertragsunterzeichnung war die letzte große formale Hürde auf dem Weg zum Rückbau der Militärruinen auf dem ehemaligen Lagergelände (Konversion), als Voraussetzung zur Schaffung eines würdigen Gedenkorts.
Als nächster Schritt wird die Gesellschaft für Konversion ein Unternehmen mit der Durchführung der Konversionsmaßnahme beauftragen (per Ausschreibung). Die Rückbauarbeiten werden voraussichtlich im Frühjahr beginnen. Unsere Freude über diese Nachricht ist riesig: Seit wir mit Ihrer/eurer Unterstützung den Konversionsprozess angestoßen haben, sind bereits einige Jahre vergangen. Wir haben zusammen mit Ihnen/euch viel Energie in die Durchsetzung dieser Maßnahme gesteckt und es sah nicht immer gut aus. Doch jetzt freuen wir uns sehr und hoffen, dass die gemeinsame Gestaltung des zukünftigen Gedenkorts in der Uckermark AG genauso positiv verläuft. Vielen Dank für Ihre/eure Unterstützung!
Aus den vergangenen Jahren hier angekündigte Veranstaltungen und die Kurzmitteilungen mit thematischem Bezug zum JugendKZ und späteren Vernichtungslager Uckermark sammeln wir zur Dokumentation im Archiv als jeweiliges Jahresdokument (pdf).